Europa | Obst | Markttrends

EPF: Überraschend hohe Teilnahme

11.06.2019 Das Thema „Verpackungen“ brennt den Vertretern der Wertschöpfungskette Obst und Gemüse auf den Nägeln. Das zum ersten Mal in Düsseldorf am 4./5. Juni veranstaltete European Packaging Forum wurde deshalb schon von über 210 Teilnehmern besucht. Einig war man sich am Ende nur darin, dass „es keine einfache Lösung gibt“.

Ein Problem zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung: Es gibt eine berechnete Nachhaltigkeit, so wie sie in CO2 -Bilanzen zum Ausdruck kommt, und eine gefühlte Nachhaltigkeit, die dem Verbraucher sofort intuitiv einleuchtet. Leider stimmen diese beiden Nachhaltigkeiten nicht immer überein. So erklärte Christian Müller, Prokurist der Reichenau Gemüse, dass ihre Kunden von ihnen eine Pappverpackung erwarten. Nur diese kann der Präferenz für regional erzeugte Ware im Design gerecht werden. Eine Nachhaltigkeitsstudie, bei der unter Umständen eine Kunststoffverpackung besser bewertet wird, wird daran wenig ändern.

Und ein weiteres Ergebnis sollte nicht vergessen werden: Wird der Verbraucher ungestützt nach den Kriterien für die Kaufentscheidung bei Obst und Gemüse gefragt, dann ist die Verpackung nicht unter den Top 5 Kriterien. Dann geht es um Frische, Geschmack, Farbe, Konsistenz bzw. Mundgefühl und natürlich um den Preis.

Das heißt nicht, dass die Verpackung unwichtig ist

Nur gibt es hier nicht die eindeutig vorteilhafte Verpackung für alles. Wenn überschüssige oder fehlende Feuchtigkeit eine Rolle spielt, wie z.B. bei vielen gewaschenen Gemüsearten, dann ist Stabilität und eine gewisse Pufferfähigkeit wichtig. Stabilität ist sicher auch bei Weichobst ein wichtiges Kriterium. Hier wurden aber viele Beispiele gezeigt, wie mit deutlich weniger Material immer noch Stabilität gewährleistet werden kann. Und natürlich spielt die Entsorgungsfähigkeit eine Rolle.

Anregende Diskussionen in den Pausen zeigten, dass die beiden Veranstalter hier das richtige Thema getroffen haben. Und es sieht nicht danach aus, als ob in einem Jahr alle Probleme gelöst sind.

Das nächste European Packaging Forum ist deshalb schon geplant. Es wird am 14./15.Mai 2020 wieder in Düsseldorf stattfinden, und wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen.

Beitrag von Dr. Hans-Christoph Behr
Prokurist

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

Zurück

Das könnte Sie auch interessieren

Deutschland | Bio-Milch | Marktversorgung

Wie geht es weiter bei Bio-Milch? Die Antworten erhalten Sie auf dem AMI Web-Seminar

07.05.2021 (AMI) – Die Bio-Milchanlieferung in Deutschland steigt 2021 nach der großen Umstellungswelle in den vergangenen Jahren das zweite Jahr in Folge nur noch verhalten. Anders sieht es mit der privaten Nachfrage aus, die nicht zuletzt wegen der Corona-Maßnahmen erheblich zugunsten von Bio gestiegen ist. Wohin geht 2021 die Reise bei Bio-Milch?   Mehr

Deutschland | Schweine | Marktversorgung

Die EU erzeugt mehr Schweinefleisch

06.05.2021 (AMI) – Obwohl das Jahr 2020 die gesamte Branche vor große Probleme gestellt hat, nahm die europaweit erzeugte Menge an Schweinefleisch dennoch zu. Einerseits kamen erneut mehr Tiere zur Schlachtung, andererseits lagen die Schlachtgewichte durchschnittlich rund 900 g höher.   Mehr

Deutschland | Öle | Strukturdaten

Der Speiseölmarkt im Fokus

04.05.2021 (AMI) – Der Markt für Speiseöle und -fette in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die AMI-Marktexperten haben die entscheidenden Entwicklungen analysiert und aktuelle Verbrauchertrends herausgearbeitet.   Mehr