Bio-Geflügelmarkt: Was wir schon wissen und was im Dunkeln liegt

17.11.2016 (AMI) – Bio-Geflügelfleisch ist immer noch eine Nische. In der deutschen Produktion liegen die Marktanteile zwischen 0,9 % bei Masthähnchen und 5,5 % bei Gänsen. Die größten Wachstumsraten erzielen Masthähnchen, allein 2015 wurden 5 % mehr davon in Deutschland gehalten. Dagegen sind die Putenbestände 2015 wieder gesunken und zeigen nicht die Dynamik der anderen Geflügelarten.

Hier suchen viele Bio-Betriebe noch für den Öko-Landbau geeignete Putenrassen, die sowohl für Freilandhaltung als auch für extensiveres Futter und damit langsameres Wachstum geeignet sind. Auch bei den Masthähnchen gibt es, anders als bei den Legehennen, kaum den Öko-Bedingungen angepasste Rassen, so dass die Ausweitung langsam vorangeht.

Die Nachfrage nach Geflügelfleisch aber ist groß: Allein in den ersten drei Quartalen 2016 kauften die Haushalte in Deutschland fast ein Drittel mehr Bio-Geflügel als im Vorjahreszeitraum. Schon 2015 wuchsen die Verkäufe um satte 25 %. Wie auch in der Produktion waren hier die Hähnchenkäufe der Haushalte am dynamischsten. Im Laden kostet Bio-Geflügel zwischen zwei und drei Mal mehr als konventionelles Geflügel, trotzdem sind die Wachstumsraten beachtlich. Es wird zudem vor allem in der Direktvermarktung und im Naturkosthandel angeboten. Die Discounter in Deutschland haben sich bislang noch nicht an Bio-Geflügel heran gewagt.

Das sind die ersten Erkenntnisse des im September gestarteten und im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) finanzierten Projektvorhaben "Analyse des Bio-Geflügelmarktes" unter Leitung der AMI und in Zusammenarbeit mit der Marktinfo Eier & Geflügel (MEG). Unser Verbundpartner, die Universität Kassel, führt zudem eine Verbraucherbefragung zum Thema Bio-Geflügel durch. AMI und MEG befragen Bio-Geflügelschlachtereien und Bio-Geflügelproduzenten, um die Größe des Bio-Geflügelmarktes zu erfassen und die Bedeutung der einzelnen Vermarktungsstrukturen aufzuzeigen. Außerdem werden die Nachfrage sowie die wichtigsten Konkurrenzprodukte beispielsweise aus besonders artgerechter Haltung oder aus dem Ausland analysiert. Ziel des BÖLN-Projektvorhabens ist, die Hemmnisse und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu ermitteln und eine Marktberichterstattung über Bio-Geflügel langfristig und verlässlich aufzubauen.

Für den ersten Schritt, die Schlachtereienbefragung, suchen wir noch Bio-Geflügelschlachtereien, die sich an unserer Umfrage beteiligen. Der Fragebogen kann unter www.ami-informiert.de/biogefluegel/ abgerufen werden. Teilnehmer erhalten als Dankeschön kostenlos die Umfrageergebnisse sowie einen kompakten Foliensatz zum Bio-Geflügelmarkt.

Beitrag von Diana Schaack

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