Deutschland | Blattgemüse | Angebot

Freud und Leid bei Feldsalat

27.11.2017 (AMI) – Während sich die privaten Verbraucher in Deutschland über deutlich niedrigere Preise für Feldsalat freuen können, ist die Situation für die Produzenten schwierig. Die Ernte in Deutschland läuft auf Hochtouren und steht zusätzlich in Konkurrenz mit Importen aus Frankreich und Italien. Angebotsaktionen im Lebensmitteleinzelhandel steigern zwar die Nachfrage, lösen vorerst aber nicht das eigentliche Problem.

Ende November werden in Deutschland große Mengen an Feldsalat geerntet. Das passt in der Regel auch ganz gut, weil die Wochen Ende November und auch im Dezember zu den nachfragestärksten des gesamten Jahres gehören. Doch in diesem Jahr scheint das Angebot einfach zu groß zu sein. In den vergangenen Wochen haben zwar mehr Verbraucher Feldsalat eingekauft als zur selben Zeit des Vorjahres, die deutschen Erzeuger leiden dennoch unter dem Überangebot und niedrigen Preisen. Die hohen Temperaturen in der 47. Woche haben das Wachstum zusätzlich angekurbelt. So hat selbst der stärkere Warenabfluss nicht zu einer Verbesserung der Situation für die deutschen Erzeuger beigetragen.

Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Abnehmer im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kurzfristig einen stärkeren Umstieg auf Importware aus Frankreich und Italien planen. Nach den Erfahrungen im Vorjahr, als Feldsalat im Übergang auf den Dezember nur knapp verfügbar war, wurden für dieses Jahr frühzeitig Vereinbarungen mit ausländischen Anbietern abgeschlossen. Kurzfristig wird sich an der angespannten Situation nichts ändern, wenn nicht außergewöhnliche Witterungsbedingungen eintreten. Die ersten winterlichen Tage, die zum Ende der 48. Woche angekündigt sind, werden dafür noch nicht ausreichen.

Während das aktuelle Preisniveau für die Erzeuger bei weitem nicht zufriedenstellend ist, können die privaten Verbraucher Feldsalat Ende November deutlich billiger einkaufen als im Vorjahr. Dabei ist das Bild etwas überzeichnet, weil Feldsalat im November 2016 auch ausgesprochen teuer war. In der 47. Woche mussten die privaten Verbraucher in Deutschland nach Angaben im AMI-Verbraucherpreisspiegel durchschnittlich 5,84 EUR/kg für Feldsalat bezahlen. Das waren 25 % weniger als zur selben Zeit des Vorjahres. Gegenüber der Vorwoche ist der durchschnittliche Verbraucherpreis dagegen gestiegen. Das hat etwas mit der Struktur der Angebotspreise im LEH zu tun.

Nachfrage reagiert auf Angebotsaktionen

In der 46. Woche war nicht nur der durchschnittliche Verbraucherpreis um 10 % gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte, die Feldsalat kaufen, um 22 % gestiegen. In der Folgewoche sind beide Werte wieder auf das Niveau vor der 46. Woche zurückgegangen. Was ist passiert? Ein Blick in die Datensammlung AMI Aktionspreise im LEH zeigt, dass in der 46. Woche Feldsalat zum einen sehr häufig und zum anderen auch sehr preisgünstig beworben wurde. Insbesondere die Angebotsaktion von Lidl mit einem Verkaufspreis von umgerechnet 3,67 EUR/kg hat entsprechende Auswirkungen hervorgerufen. Insgesamt war Feldsalat bei 18 Ketten bzw. Regionalgesellschaften in der Werbung. Es war festzustellen, dass neben der Herkunft Deutschland häufig mindestens eine zweite Herkunft angegeben wurde.

In der 47. Woche ist die Zahl der Werbeanstöße auf 5 zurückgegangen. Mit Netto Markendiscount war zwar erneut ein Discounter an den Aktionen beteiligt. Der Angebotspreis lag mit umgerechnet 4,40 EUR/kg aber höher als in der Woche zuvor. In der aktuellen 48. Woche wird Feldsalat zwar wieder etwas häufiger beworben. Es dürfte aber keine der Aktionen eine so weitreichende Wirkung haben wie die von Lidl in der 46. Woche.

Basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre wird die 51. Woche eine besonders hohe Werbeintensität bei Feldsalat mit sich bringen. Im Weihnachtsgeschäft ist Feldsalat ein wichtiges Produkt. Je nach Witterungsverlauf kann es bis dahin auch auf der Angebotsseite noch einmal richtig spannend werden.

Den Feldsalatmarkt im Blick

Wie geht es weiter am Feldsalatmarkt? Auch wenn die Situation aktuell verfahren scheint, können sich mittelfristig doch Änderungen ergeben. Dazu muss es nur über längere Zeit frieren oder schneien. Das schränkt die Ernte ein, und das zuvor große Angebot reicht kaum noch aus. Die AMI Marktexperten behalten den Markt im Blick. Verfolgen auch Sie die aktuellen Entwicklungen bei Angebot, Preisen und Nachfrage in der wöchentlichen Marktlage. Markt aktuell Gemüse bietet darüber hinaus einen breiten Überblick über das gesamte Gemüsesortiment. Sichern Sie sich noch heute Ihren Zugang und nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten im Shop.

Fragen Sie sich, ob die Angebotsaktionen auch bei anderen Gemüsearten eine so große Wirkung wie bei Feldsalat haben? Finden Sie es heraus. AMI Aktionspreise im LEH umfasst die Angebotspreise für alle Obst- und Gemüsearten bei mehr als 50 Ketten und Regionalgesellschaften im LEH. Die AMI Marktexperten freuen uns auf Ihre Fragen dazu.

Beitrag von Michael Koch

© Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH

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